Musikverein Ludwigsburg-Ossweil e.V. - Stadtkapelle Ludwigsburg

Bericht Meisterkonzert

Ist für heute wirklich Schluss

(Fotos: Tobias Soyez).

Mit der überaus unterhaltsamen Zugabe „Wer hat an der Uhr gedreht“ verabschiedete sich das Große Blasorchester des Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V. Stadtkapelle Ludwigsburg von seinem Publikum nach einem großartigen Meisterkonzert am Samstag, den 27. April im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg. Nicht nur das Motto lautete „Sagenhaft“, sondern man konnte nach dem Konzert auch viele sagenhaft lobende Worte vernehmen und die Standing Ovations nach dem letzten Stück „Hamburg – das Tor zur Welt“ unterstrichen nachdrücklich die Begeisterung der Gäste. Eine große Überraschung wurde Dirigentin Susanne Bader mit der Ernennung zur Städtischen Musikdirektorin durch Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht bereitet.

Zahlreiche emotionale Momente zeichneten das 19. Meisterkonzert des MVO aus und gleichermaßen verstand es das Orchester unter der Leitung von Susanne Bader mit viel Witz und Charme überaus kurzweilig zu unterhalten. Wahrhaft monumental begann das von Dirigentin Bader zusammengestellte Programm mit dem Werk „Mount Everest“ aus der Feder Rossano Galantes. Mit der beeindruckenden Zahl von über 90 Musikerinnen und Musikern hatte das Große Blasorchester des MVO auf der Bühne im Theatersaal des Forum am Schlosspark Platz genommen und bereits bei den ersten Takten war spürbar, wie gut das Orchester aufeinander abgestimmt war. Eine ausgewogene Balance der verschiedenen Register und ein beeindruckendes Zusammenspiel sorgten für Hörgenuss.

Beim zweiten Stück des Abendprogramms durfte das Publikum sich über den ersten Auftritt des geladenen Startrompeters Christoph Moschberger freuen. Zwei abwechslungsreiche Sätze hatten Dirigentin und Solist aus dem „Concerto for Trumpet and Winds“ des berühmten Sinfonieorchesterkomponisten Alfred Reed erwählt. Jeder der Sätze ist bewusst in einem anderen Musikstil gehalten, um die Vielseitigkeit des Instruments Trompete zur Geltung zu bringen und genau diese Vielseitigkeit darf man auch Christoph Moschbergers musikalischem Schaffen als Prädikat verleihen. Der Slow Blues und Jazz Waltz wurden mit beeindruckender Gelassenheit, Groove und dem nötigen „Lay-Back-Feeling“ des Orchesters präsentiert und Moschberger konnte mit butterweichem Klang seiner Konzerttrompete sofort begeistern. Nur eine kurze Verschnaufpause war dem Solisten vergönnt, denn weiter ging es mit der – in der Blasorchesterfassung – eigens für ihn komponierten „Paramount Rhapsody“ von Peter Graham. Das Werk enthält eine bunte Mischung aus Peer-Gynt-Suite, Hummelflug und Tom&Jerry und war Moschberger wortwörtlich auf den Leib geschrieben. Die erste Hälfte des Konzerts endete mit dem Orchesterwerk „Hobbits“ von Johan de Meij.

Nach der Pause stach das Große Blasorchester mit „Noah’s Ark“ in See, untermalt durch erzählerische Textpassagen vorgetragen von Tanja Soyez, die wie gewohnt souverän und unterhaltsam durch das Programm führte. So zog die Musik das Publikum noch mehr in den Bann und die Zuhörerinnen und Zuhörer betraten die Arche zusammen mit Noahs Auswahl an Menschen und Tieren, litten im Sturm, hofften sehnsüchtig auf Land in Sicht und erlebten schließlich das Happy End mit dem wiedererreichten Einklang mit der Welt. Mit „Someone like you“ aus dem Musical Jekyll&Hyde brillierte Christoph Moschberger erneut. Doch nicht nur die solistischen Passagen des Ausnahme-Trompeters Christoph Moschberger, sondern auch zahlreiche Soli der MVO-eigenen Instrumentalisten zeigten einmal mehr die beeindruckende musikalische Klasse der Meisterkonzertreihe und des MVO.

Die Variationen von Guido Rennert über bekannte volkstümliche Melodien und ein rundum abwechslungsreiches opulentes Konzertwerk namens „Hamburg – das Tor zur Welt“ bildeten den perfekten offiziellen Abschluss des Konzertabends. Im Teil „Auswanderung im 19. Jahrhundert“ sorgte der Gesang aus vielen Kehlen des Orchesters bei einem Großteil des Publikums für Gänsehaut und das Schunkeln der Schalltrichter der Blechbläser zu „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ entlockte dem Publikum vielfaches Schmunzeln. Das Hamburger Seemanns-Thema perfekt zu unterstreichen vermochte außerdem Jörg Hoffmann als Solist von der Harmonika-Gemeinschaft Ludwigsburg mit seinem Akkordeon. Nach dieser herausragenden Leistung hielt es kaum mehr jemanden auf den Sitzen und lautstark wurde Orchester, Solist und Dirigentin applaudiert. Und dann trat Oberbürgermeister Matthias Knecht auf die Bühne und bereitete Susanne Bader – seit 2019 im Amt als Dirigentin des Großen Blasorchesters des MVO – eine große Überraschung mit ihrer Ernennung zur Städtischen Musikdirektorin. Als erste Frau trägt sie diesen Titel für die Barockstadt Ludwigsburg und Knecht würdigte damit nicht nur ihr Können als musikalische Leiterin (im Publikum zu sehen waren passend dazu Plakate mit „Meisterin am Taktstock“), sondern auch ihr außerordentliches Engagement für die Kultur in Ludwigsburg und die Leistungen ihres Orchesters und des Vereins. Der Oberbürgermeister beglückwünschte sie herzlichst und nannte es eine große Ehre und gleichzeitig Verpflichtung, verbunden mit dem Wunsch und Zuversicht einer langen Zusammenarbeit.

 Das Publikum kam dann natürlich auch zugabetechnisch gesehen noch auf seine Kosten beim Jazz-Klassiker „Birdland“ und eben jenem besagten gewitzten Abschluss „Wer hat an der Uhr gedreht“. Tenorhornist Wolfgang Müller verabschiedete das Orchester mit den Worten: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!“ ins Forum am Schlosspark zum 20. Meisterkonzert am 26. April 2025, aber natürlich bereits viel früher zum Beispiel beim Oßweiler Musikfest vom 05.-08. Juli 2024.

Herzlichst,
Carolin Riehl

 

18. MK mit Boris Ritter und Filippo Strocchi

Let Us Entertain You

(Fotos: Tobias Soyez)

Im Prinzip ist mit diesen vier Worten alles über den Anspruch des Großen Blasorchesters des Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V. Stadtkapelle Ludwigsburg und seiner Dirigentin Susanne Bader für das 18. Meisterkonzert im Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag des MVO gesagt. Unterhalten kann Blasmusik auf so viele verschiedene Arten und die Musikerinnen und Musiker boten am Samstagabend des 29. April 2023 im Forum am Schlosspark ihr wahrlich meisterhaftes Können auf, um dies dem Publikum unter Beweis zu stellen. Dem Solo-Pianisten Boris Ritter, als einer der Stargäste zum Meisterkonzert eingeladen, war es ein Anliegen seiner Begeisterung beim gemeinsamen Abschlussfrühstück am Sonntagmorgen Ausdruck zu verleihen. Er würdigte die Leistung des Orchesters, ermöglicht durch die nachhaltige Führung des Vereins und den musikalischen Anspruch (unter anderem) in den Meisterkonzerten, der auch für Nachwuchsmusizierende die Zukunft im Verein attraktiv mache. So habe das Orchester im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen keine Nachwuchssorgen und was hier geleistet würde, sei „absolut großartig“. Für die unermüdliche Arbeit aller Verantwortlichen des Vereins war dies eine sehr bewegende Wertschätzung und für alle Orchestermitglieder wortwörtlich ein Ritter-Schlag nach diesem einmaligen Konzert.

Vor dem Rückblick auf das Konzert – wir hoffen natürlich bei diesem waren Sie selbst dabei – möchten wir an dieser Stelle gerne noch einen Schritt weiter zurückgehen: Am Freitagabend fand in der Mensa der Grundschule Oßweil die Generalprobe statt, zu der natürlich die Solisten Boris Ritter und Filippo Strocchi ebenso zugegen waren wie die Band-Besetzung des MVO Crossover Projekts. Außerdem ließ es sich Guido Rennert als Komponist der Auftragskomposition „Festouvertüre der Stadt Ludwigsburg“ zum 100-jährigen Jubiläum nicht nehmen, das Orchester kennenzulernen und sein Werk das erste Mal live von einem Orchester gespielt zu hören. Als Dirigentin Susanne Bader den Taktstock hob war die Anspannung durchaus greifbar, ob der Komponist mit der Erarbeitung seines Werks auch zufrieden sein würde. Nach dem ersten Teil war klar: wir haben es geschafft! Rennert zeigte sich uneingeschränkt begeistert von der Interpretation, nahezu verliebt in die Solopassagen der Flötistinnen und vergewisserte sich, es hier mit einem Laien-Orchester zu tun zu haben. Susanne Bader, die er bereits seit fast zehn Jahren kennt, fragte er überschwänglich: „Toll. Einfach toll. Weißt du eigentlich, was du hier für ein tolles Orchester hast?“ und zählte direkt eine Liste an Werken auf, die er mit dem Großen Blasorchester des MVO zu spielen gedenke. Kleine Wünsche in Bezug auf Tempi und Charakter einiger Passagen wurden getestet, für gut befunden und umgesetzt und nach einer Stunde intensiver Arbeit freute sich Rennert einfach nur noch auf das Konzert, vor allem nachdem er von der begleitenden Fotopräsentation erfahren hatte, ging ihm das Herz auf. Ähnlich konstruktiv lief die Probenarbeit mit Boris Ritter, der sich mit dem Orchester von Beginn an rundum wohl fühlte und ganz im Groove aufging. Auch seine Wünsche: „Leute, die 4-und ist immer zu spät!“ und „Damit es den richtigen Charakter bekommt, müsst ihr das ein bisschen schlampiger spielen – Susanne, das hast du jetzt nicht gehört!“ wurden von den Musikerinnen und Musikern sofort umgesetzt. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die gegenseitigen Respekt und Wertschätzung zwischen den professionellen Solisten und diesem Musikverein wiederspiegelte – eine für beide Seiten unvergessliche Erfahrung und Bereicherung.

Einen großen Wunsch konnte der MVO vor Konzertbeginn auch noch Filippo Strocchi – in Stuttgart bekannt geworden als Graf von Krolock in „Tanz der Vampire“ – erfüllen. In der Anspielprobe auf der Bühne des Theatersaals durfte er das Intro des von Boris Ritter eigens für den MVO und diesen Konzertabend erdachten Arrangements von „Tanz der Vampire“ dirigieren. Ein Herzenstraum, wie er dem Orchester gestand und mit seiner Leidenschaft und der Körpersprache zeigte sich, dass der Italiener nicht nur als Sänger, sondern auch als Dirigent mit dem Orchester wunderbar harmonierte – die Chemie stimmte einfach und dies war eine der Voraussetzungen für die tolle Atmosphäre an diesem denkwürdigen Abend. Susanne Bader lehnte ihre Rolle am Mikrofon als Sängerin dann aber doch lieber dankend ab und kehrte ans Dirigentenpult zurück.

Und so begann dieser denkwürdige Konzertabend vor ausverkauftem Haus. Der herzlichen Begrüßung des 1. Vorsitzenden Uwe Appel und dem Dank an alle Ehrengäste und Sponsorinnen und Sponsoren folgte die Ansprache des Landrats Dietmar Allgaier, der dem Musikverein Ludwigsburg Oßweil im Namen des Bundespräsidenten die PRO MUSICA-Plakette verlieh als „Auszeichnung für die in langjährigem Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens und damit um die Förderung des kulturellen Lebens“. Damit gab es außer dem Jubiläum gleich einen weiteren Grund zu feiern und zu jubeln und mit dem ersten Stück „Jubilee Overture“ von Philip Sparke war der perfekte Auftakt hierfür gefunden.

Die erste Konzerthälfte gehörte der sinfonischen Blasmusik, wie Moderatorin Tanja Soyez, die auch beim 18. Meisterkonzert charmant und unterhaltsam durch das Programm führte, einfließen ließ: „Im Stile dessen, wie Sie Ihren MVO kennen und lieben.“ Das zweite Stück im Programm war Teresa Procaccinis „Rapsodia Americana“ für Piano mit fantastischen Solopassagen, die zum Träumen und Dahinschmelzen einluden. Das unglaubliche Publikum an diesem Abend brach in tosenden Beifall aus, der von Ritters Zugabe seiner Interpretation eines Tangos belohnt wurde. Die Anmoderation zur großen Festouvertüre wurde durch ein kurzes Zwiegespräch zwischen Tanja Soyez und Guido Rennert live auf der Bühne ein besonderes Erlebnis mit Einblicken in den Komponistenalltag. „Dieses Stück habe ich für Sie, für Euch geschrieben.“ sagte Rennert von Herzen und meinte damit die lautmalerische Komposition rund um die Stadt. Er erzählte dem Publikum von seiner Höhenangst und wie sein Kennenlernen mit Ludwigsburg für die Umsetzung des Stücks ausgerechnet mit einer Riesenradfahrt begann. Damit war der große Moment für die Auftragskomposition zum 100. Jubiläum gekommen. Die federführend von Sofie Scholl zusammengestellte Fotoshow mit von der Stadt Ludwigsburg zur Verfügung gestellten Bildern ermöglichte den Gästen ein Erlebnis für alle Sinne. Die akustischen Eindrücke dieses einmaligen Werks fügten sich nahtlos mit den visuellen Impressionen ineinander und machten das Werk zum angekündigten und erhofften Höhepunkt. Der aufbrandende Beifall zeigte, wie sehr sich das Publikum im Forum mit dem Werk identifizierte und „unsere“ Stadt repräsentiert sah. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass diese Festouvertüre dem MVO und der Stadt Ludwigsburg alle Ehre macht.

Die zweite Konzerthälfte gehörte dem Tribut an die Vielfalt der Blasmusik. Lukas Kühne an der E-Gitarre, Boris Ritter nun am E-Piano sowie die beiden MVO-Eigengewächse Jochen Mall an den Drums und Jürgen Traub am E-Bass formten den „elektrischen“ Part des Brass Crossover Projekts zusammen mit den über 80 Musikerinnen und Musikern des Großen Blasorchesters und Sänger Filippo Strocchi. Mit dem Medley „Let Me Entertain You“ aus Robbie Williams eingängigsten Titeln lieferte Strocchi eine absolut sehenswerte Darbietung und einen echten Wow-Effekt für den Auftakt nach der Pause. Die entsprechenden Lichteffekte der Technik im Forum am Schlosspark mit Disco-Feeling lieferten ihr übriges. Jazzig ging es weiter mit „Spain“ von Chick Corea, bei dem zahlreiche Solisten des MVO brillierten. Alle eigens angereisten Musicalfans fieberten Ritters Arrangement zu „Tanz der Vampire“ mit „unstillbarer Gier“ entgegen. Wuchtig und emotionsgeladen kamen die Musicaltitel daher und fegten das Publikum von den Sitzen. Dass Blasmusik auch tanzen kann zeigte sich dann beim Rumba-Swing-Klassiker „Save The Last Dance For Me“ und im Schlusstitel „Children of Sanchez“ rückten abwechselnd das Blasorchester und die Instrumental-Solisten in den Mittelpunkt und mit Verklingen des letzten Tons hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Donnernder Applaus brandete durch den Konzertsaal und spätestens an dieser Stelle hatten alle auf der Bühne ein großes Strahlen im Gesicht. Das Crossover der Stile und dieses große Projekte waren geglückt! Guido Rennert, Boris Ritter und Filippo Strocchi wurden gemeinsam auf die Bühne gebeten, frenetisch gefeiert und dankten ihrerseits dem Orchester und natürlich der Dirigentin Susanne Bader, die mit ihrer musikalischen Leitung dieses Konzert geplant und ermöglicht hatte.

Ohne Zugaben konnte dieser Abend also definitiv nicht zu Ende gehen. „It’s not unusual“ von Tom Jones und „Easy Lover“ von Phil Collins zeigten noch einmal die popularmusikalischen Stärken des Brass Crossover, doch auch nach zwei weiteren Titeln dachte das Publikum noch nicht ans nach Hause gehen. Zum Glück hatte der MVO mit „The Sound of Silence“ hierfür noch ein ganz besonderes Stück vorbereitet. Auf der fast vollständig abgedunkelten Bühne, nur mit Pultleuchten an den Notenständern und dem Funkeln der Lichteffekte an der Decke und den Wänden ging dieses Konzert bei vielen mit Tränen in den Augen zu Ende. An diesem Abend ein Highlight zu benennen fiel also allen Anwesenden schwer. „Drei, nein mindestens vier Wow-Momente mit Gänsehaut hatte ich“, sagte Dirigentin Susanne Bader.

Beim anschließenden Empfang im Foyer hielt Oberbürgermeister Matthias Knecht eine herzliche Ansprache und dankte dem Verein für sein Engagement als Stadtkapelle Ludwigsburg und beglückwünschte den Verein zu diesem Konzert. Kerstin Häring als Vertreterin des Kreisverbands Ludwigsburg sprach ihre Glückwünsche zum Jubiläum aus und überbrachte die Anerkennung seitens des KVLB. Gefeiert wurde bis spät in die Nacht und dem Erfolg des Konzerts würdig, getreu dem Motto: „Work hard, party hard!“ Und wer das diesjährige Konzert unwissentlich oder ungewollt verpasst hat, kann sich den Termin für 2024 am Samstag, den 27. April im Forum am Schlosspark bereits vormerken. Viele weitere Impressionen zum Konzert finden Sie auf unseren Social Media Plattformen Facebook und Instagram @MVOssweil.

Herzlichst,

Carolin Riehl

Die Meisterkonzerte

Gleich nach der Taktstockübernahme 2001 reifte bei unserem jetztigen Ehrendirigenten Horst Bartmann der Gedanke, eine jährlichen Konzertreihe des Großen Blasorchesters des Musikverein Oßweil, Stadtkapelle Ludwigsburg im Forum am Schlosspark zu veranstalten. Grundidee dieser neuen Konzertreihe ist die Präsentation sinfonischer Blasmusik auf höchstem Niveau in Verbindung mit einem international renommierten Instrumental- oder Gesangssolisten.

Der Auftakt sollte das Requiem von Frigyes Hidas sein, zusammen mit den Stuttgarter Choristen. Da das Forum im Jahre 2003 aber umgebaut wurde, musste dieses Konzert in der Friedenskirche statt finden. Somit könnte man dieses Konzert als das Nullte Meisterkonzert ansehen. Gleich zwei Jubiläen wurden mit dem von der Ludwigsburger Kreiszeitung präsentierten Konzert gefeiert: Die Friedenskirche feierte ihr 100-jähriges Bestehen und die Stadtkapelle Ludwigsburg ihren 80. Geburtstag.

Mit dem Hidas-Requiem erfüllte sich nicht nur das Orchester den lang gehegten Wunsch, sein Können einmal mit der Aufführung eines solchen Großwerks unter Beweis zu stellen. Auch der Dirigent und künstlerische Gesamtleiter des Projekts, Musikdirektor Horst Bartmann, hatte schon immer den Traum, dieses Stück einmal auf die Bühne zu bringen. Mit den Stuttgarter Choristen unter der Leitung von von Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze konnte die Stadtkapelle eine Chorgemeinschaft mit ausgebildeten Stimmen und hoher künstlerischer Qualität gewinnen.

Die Reihe der Meisterkonzerte entwickelte sich: In den Jahren danach gab sich die Elite der Instumentalmusik im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg die Klinke in die Hand. Die Liste liest sich als reinstes "Who is Who" internationaler Starsolisten. Solomusiker wie Steven Mead, Allen Vizzutti oder Eugene Rousseau , um nur einige zu nennen, geben sich die Klinke in die Hand.

Als Lob und Anerkennung wurde MD Horst Bartmann während dem dritten Meisterkonzert vom Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg Werner Spec zum Städtischen Musikdirektor (SMD) ernannt.

Solche Veranstaltungen können nur mit Sponsoren durchgeführt werden, deshalb bedankt sich der Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg bei der Volksbank Ludwigsburg e.G., den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, der Stadt Ludwigsburg und den Sponsoren die nicht genannt werden möchten für die freundliche Unterstützung.

17. MK mit Rolf-Dieter Hille

Am Freitag, den 15. Juli 2022 durfte sich der Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg nach mehr als zweijähriger Zwangspause endlich mit seinem 17. Meisterkonzert im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg präsentieren. Erstmalig fand diese Ausgabe der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Meisterkonzertreihe unter der Dirigentin Susanne Bader statt, die ihr Amt als musikalische Leiterin des Großen Orchesters beim MVO bereits im September 2019 angetreten hatte. Nach mehrfachen Verschiebungen war es nun endlich so weit und für alle Beteiligten der lang ersehnte Konzertabend gekommen.

Das Orchester begab sich im fast ausverkauften Konzertsaal mit seinem Publikum auf eine fantastische musikalische Weltreise. Die viel größere Reise hatte es aber bereits zuvor in den fast zweieinhalb Jahren des Hoffens und Bangens zurücklegen müssen, deren Erlebnisse, Erfahrungen und vor allem Zusammenhalt zum Erfolg dieses Abends beitrugen. Und genau deshalb stand das Konzert auch im Zeichen der Verbundenheit: mit den vielen engen Banden, die zwischen den knapp 80 Musikern und Musikerinnen bestehen, mit der Verbindung zwischen Dirigentin Susanne Bader und Solist Rolf-Dieter Hille, die mit einer Schüler-Lehrer-Beziehung anfing, inzwischen aber längst eine tiefe Freundschaft geworden ist, mit dem unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Verantwortungsträger und -trägerinnen des Vereins, die aus Verbundenheit zu ihrem MVO und dem gemeinsamen Ziel vor Augen alles geben und last but not least der Loyalität des Publikums und der Unterstützung der Sponsoren und Sponsorinnen. All jene Verbundenheit und die Liebe zur Musik gipfelten schlussendlich in diesem wundervollen Konzertabend.

Moderatorin Tanja Soyez lotste das Publikum als Flugbegleiterin an Bord der MVOAir, zog es so vom ersten Moment charmant und überaus unterhaltsam in ihren Bann und ging mit dem Orchester auf Weltreise. Aussteigen wollte keiner der anwesenden Gäste, doch zahlreiche Passagierinnen missachteten zum Schluss die Anschnallzeichen und erhoben sich von ihren Plätzen für Standing Ovations und tosenden Schlussapplaus. Aber nun wollen wir die Landung nicht vor dem Start loben 😉!

(Fotos: Tobias Soyez) 

Flugkapitänin Bader hob mit ihrem Orchester zur Musik von „Flashing Winds“ von Jan Van der Roost ab in den Konzerthimmel. Übersetzt bedeutet dies so viel wie „auffrischende Winde“, gleichzeitig steht die Bezeichnung „Winds“ für die Blasmusikfraktion in einem sinfonischen Orchester. In der Tat waren Roosts Melodien bestens dazu geeignet Orchester sowie Publikum durch das Stück zu tragen, Aufwind zu geben und sich von der Musik durchpusten zu lassen und frei zu fühlen. „Vilia“ von Franz Léhar aus der Operette „Die lustige Witwe“ verkörperte mit dem nächsten Titel nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch die Liebe zweier Menschen. Eine zarte Brise, sanfte Klänge und leise Töne luden hier zum Träumen ein. Für die Aufführung des Stückes „Heatherwood Portrait“ wäre der MVO im vergangenen Jahr fast tatsächlich auf Reisen gegangen – nämlich zum musikalischen Wettbewerb nach Genf. Daraus wurde zwar eine virtuelle Teilnahme mit Videoeinsendung des Wettbewerbsstücks, der Freude über den Gewinn des ersten Platzes tat dies aber keinerlei Abbruch. Den ersten Auftritt hatte Posaunist Rolf-Dieter Hille mit dem Werk „Colors“ von Bert Appermont. Manch einer und eine mag sich der These anschließen: kein Posaunenkonzert ohne „Colors“! und entsprechend wollte sich natürlich auch der MVO nicht lumpen lassen. Die Farben am Horizont auf dem Flug der MVOAir vom Gelb des Sonnenaufgangs, über Rot, das tiefe Blau der Südsee und das Grün von Wiesen und Wäldern stellten den Höhepunkt der ersten Konzerthälfte dar. Rolf-Dieter Hille beeindruckte zutiefst mit der absoluten Beherrschung seines Instruments, virtuosen Passagen und einem immensen Spektrum an Klangfarben. Als zusätzliches Highlight und Überraschung vor der Pause bot Hille eine Hommage an seine Jugend dar mit der Liebe zur Rockmusik, bei der er seine Posaune Stück für Stück demontierte bis hin zum reinen Lippeninstrument und selbst in dieser Form war „Smoke on the water“ zweifelsfrei erkennbar. Getränke gab es zwar nicht per On-Board-Service an den Sitzplatz, diese konnten dafür aber bei einer geselligen Zwischenlandung im Foyer des Forums konsumiert werden.

Mit „A Huntingdon Celebration“ von Philipp Sparke startete das Orchester in Großbritannien leichtfüßig in den zweiten Teil des Konzerts. In luftige Höhen schraubten sich die Bläserpassagen, bevor es zur Bergung der versunkenen Stadt „Atlantis“ tief hinab ging. Wer geglaubt hatte, dass es mit einem Posaunen-Solisten getan sei, wurde bei „Latinobones“ eines besseren belehrt. Rolf-Dieter Hille, Steffen Westermann, Rüdiger Haupt und Dirigentin Susanne Bader brillierten in ihrer Konstellation als Posaunenquartett „Blechreiz“ mit lateinamerikanischen Rhythmen. Sie fragen sich nun, wer dann das Orchester dirigierte?! Den Taktstock übergab Bader vertrauensvoll in die Hände des musikalischen Chorführers Alexander Schell, der mit Solisten und Orchester durch das Stück swingte. Auch dies ein Symbol der Verbundenheit, des Vertrauens und der Diversität des Könnens beim MVO. „Blechreiz“ ließ sich durch den donnernden Applaus des Publikums direkt zur Zugabe „Gospel Time“ von Jeffrey Agrell bitten und sorgte damit erneut für Begeisterung. Den Leistungshöhepunkt erreichte das Orchester mit seiner Darbietung der Zusammenstellung „Sounds von Ireland“ von Guido Rennert. Ein hochanspruchsvolles Stück des Profiklarinettisten und Komponisten des Musikkorps der Bundeswehr mit traumhaften Solopassagen an Altflöte, Euphonium, Oboe und vielem mehr. Insbesondere das Schlagzeugregister sorgte mit ihrer Stepptanzinterpretation dafür, dass es am Ende des Konzerts niemanden mehr auf den Plätzen hielt. Und so durfte sich das Publikum gleich über zwei Zugaben freuen: mit „Samba de Loves You“ ging es noch einmal zurück nach Südamerika und die zehn Posaunisten mit Instrumenten und Tonlagen aller Größen von Sopran- bis Kontrabassposaune konnten dem Titel „76 Trombones“ allemal gerecht werden.

Es war ein denkwürdiger, emotionaler und besonderer Abend und das Orchester darf unglaublich stolz auf die erbrachte Leistung sein. Entsprechend gefeiert wurde mit Solisten und Gästen auch nach dem Konzert und die Anerkennung, die dem Verein durch die anwesenden Ehrengäste wie zum Beispiel Oberbürgermeister Matthias Knecht und viele weitere entgegen gebracht wurde unterstreicht, wie wichtig und erhaltenswert jegliche Form kultureller Arbeit und ehrenamtlichen Engagements ist.

Herzlichst,

Carolin Riehl 

 

16. MK mit Vlado Kumpan

And the winner is ...

Dem berühmten Ausspruch der Academy Awards mehr als gerecht werdend bot der Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg am Samstag, den 27. April im Forum am Schlosspark eine absolut bühnenreife Vorstellung. Zum letzten Mal führte Stadtmusikdirektor Horst Bartmann den Taktstock bei einem Meisterkonzert des Großen Blasorchesters des MVO. Für seine Verdienste rund um den Musikverein in den vergangenen sage und schreibe 19 Jahren wurde er mit dem zweiten MVO-Award geehrt. Den allerersten in der Geschichte erwarb der ehemalige 2. Vorsitzende Guido Soyez nur wenige Minuten zuvor zusammen mit dem Ehrenring in Gold als Auszeichnung für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement. Dazu erklangen stilecht die weltbekannten Klänge der 20th Century Fox Fanfare. Liebe Leserinnen und Leser, wie Sie bereits erahnen können war einiges geboten an diesem denkwürdigen Samstagabend, doch nun der Reihe nach.

Mit der Klassik-Ouvertüre „Sei uns gegrüßt“ von Richard Wagner eröffnete die Stadtkapelle Ludwigsburg ihr nunmehr 16. Meisterkonzert. Einst für den Einzug eines Königs komponiert, bereitete sie den passenden Rahmen für diesen Abend. Charmant und wortgewandt durch das Programm führte Tanja Soyez mit zahlreichen schönen Rückblicken auf die zurückliegenden Meisterkonzerte unter SMD Horst Bartmann. Für das erste Stück der Solo-Sopranistin Irène Naegelin „Quel guardo il cavaliere“ bekam Tanja Soyez Unterstützung in Form von Flötistin Valeria Silvestri aus den eigenen Reihen, die das Stück passenderweise in fließendem italienisch anmoderierte – ein wenig Übersetzungshilfe benötigte das Publikum dann aber doch noch. Ein Highlight jagte das nächste und mit dem Stück „The Story of Anne Frank“ für Solo-Violinist Valentin Weibert breitete sich auf den Unterarmen der Zuhörer und Zuhörerinnen Gänsehaut aus. Ein fantastisches, atmosphärisches Stück wurde hier ins Programm gewählt, welches das Orchester mit großer Musikalität und Empathie darbot. So war ein perfekter Spannungsbogen kreiert für den ersten sehnlichst herbeigesehnten Auftritt Vlado Kumpans. Und dieser enttäuschte sein Publikum ganz gewiss nicht, sondern legte eine feurige Darbietung von „Jezebel“ aufs Parkett. Das letzte Stück vor der Pause, die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“, hatte schon lange ganz oben auf der Wunschliste des städtischen Musikdirektors rangiert und nun war hierfür die letzte Gelegenheit gekommen. Rossinis Werk erfordert enormes technisches Können, ein außerordentliches Feingefühl für Rhythmik und Tempowechsel sowie ein großes Maß an Durchhaltevermögen – doch die 75 Musiker und Musikerinnen des MVO enttäuschten ihren Dirigenten in keinster Weise, sondern lieferten eine beeindruckende Version des berühmten Werks.

Die zweite Hälfte des Konzerts stand anschließend ganz im Zeichen der Filmmusiken – manche gar berühmter als die zugehörigen cineastischen Werke. Mit „7 Inch Framed“ und der Titelmusik zu „Jenseits von Afrika“ überzeugte der MVO weitere Male mit seinem erstklassigen Klangkörper. Vlado Kumpans Solo „Spiel mir das Lied vom Tod“ ließ die Herzen aller Blasmusik-Fans höher schlagen – bis hinein in die wahnwitzig hohen Tonlagen der drei- bis viergestrichenen Oktave, in denen sich dieser Ausnahmemusiker am wohlsten fühlt. Vor dem inneren Auge des Publikums erschien im Anschluss der Kevin Costner des Jahres 1991 in seiner Rolle als Robin Hood, als die Titelmusik des „Prince of Thieves“ erklang. Etwas weniger abenteuerlustig aber umso berührender stellte sich Irène Naegelins Version von „My Heart Will Go On“ dar. Eine Zusammenstellung der bekanntesten Indiana Jones Melodien sowie der letzte Programmtitel mit Solist Vlado Kumpan bildeten den wohl perfekten Abschluss mit „One Moment in Time“. Für die Zugabe „Malaguena“ mussten sich die Zuhörer und Zuhörerinnen im damit fast ausverkauften Forum am Schlosspark dann ein paar Minuten gedulden, da der 1. Vorsitzende des MVO sowie Oberbürgermeister Werner Spec ihre Laudatio auf Horst Bartmann hielten. Unter dessen Führung und Wirken war das Orchester gereift und gewachsen, stets ein repräsentatives Aushängeschild der Stadt und eine Institution für viele Ludwigsburger gewesen. Solcherlei musikalische Leistungen sind allerdings nur durch enge Zusammenarbeit und mit der Unterstützung durch ein Team des Musikvereins zu erreichen gewesen, denen der Dank zu gleichen Teilen gebührte: dem 1. Vorsitzenden Uwe Appel, dem ehemaligen 2. Vorsitzenden Guido Soyez, dem ehemaligen Chorführer Siegbert Rolli sowie Vize-Dirigent Alexander Schell. Der Taktstock wird nun im September an einen neuen Dirigenten oder eine neue Dirigentin übergeben, der oder die den gemeinsamen Weg natürlich weiter beschreiten wird. Zum Schluss gab es hochverdiente stehende Ovationen für die erbrachte Leistung der Solisten sowie aller Musiker und Musikerinnen des Großen Blasorchesters und der vielen helfenden Hände im Hintergrund – das Meisterkonzert wird weiter bestehen (02. Mai 2020 stattfinden) und sicherlich noch viele weitere kulturelle Höhepunkte bereithalten.

Herzlichst,

Carolin Auch

15. Meisterkonzert

Das Große Blasorchester des Musikvereins Ludwigsburg-Oßweil e.V. Stadtkapelle Ludwigsburg brillierte bei seinem 15. Meisterkonzert im Forum am Schlosspark. Unter der Leitung des Städtischen Musikdirektors Horst Bartmann war ein mitreißendes Programm mit lateinamerikanischem Einschlag entstanden, das von Oberbürgermeister Werner Spec zu Recht als einer der Höhepunkte im kulturellen Kalender der Stadt Ludwigsburg bezeichnet wurde. An den Mallets (aus dem Englischen für „Schlegel“) riss Roland Härdtner wie auch schon 2007 an selber Stelle das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Die elf Jahre waren ihm in keinster Weise anzumerken, mit lockerem Hüftschwung und wirbelnden Schlegeln bespielte er sein Marimbaphon und Vibraphon. Seine beiden Solostücke „Danzon No. 2“ und „Latino Mallets“ hatten den südamerikanischen Schwung, die Begeisterung beim Musizieren und ihren mitreißenden Charakter absolut gemeinsam, waren jedoch beide auf ihre Weise einzigartig. Beim großen Finale durften die Teilnehmenden des morgendlichen Workshops mit auf die Bühne und beeindruckten mit einem in kürzester Zeit einstudierten Stück. Mit dem Body-Percussion Werk „Rock Trap“ sorgten sie für viele staunende Blicke – so wie auch die ca. 50 Stück umfassende Sammlung Härdtners an verschiedenen Schlegeln auf der Bühne.

 Fotos: Tobias Soyez, Alexander Möbius

Perfekt ergänzt wurde das feurige Temperament Härdtner durch eher sanftere Klänge bei Tim Schmitz und seinem Saxophon. Das „Saxophon Concertino“ des bekannten Komponisten Satoshi Yagisawa war mit seinen leisen und lauten Passagen ein wahrer Genuss und man konnte sich als Zuhörer komplett in die Musik fallen lassen. Sein Können bewies Solist Schmitz dabei nicht nur auf dem Alt-Saxophon, sondern auch auf dessen kleiner Schwester dem Sopran-Sax. Der MVO und sein Meisterkonzert hatten also wieder einen wahren Meister seines Fachs gefunden. Im zweiten Werk „Against all Odds“ von Phil Collins spielte Schmitz für das Publikum ein ganz persönliches Liebeslied, das normalerweise nur seiner Frau vorbehalten ist. Genau diese persönlichen Momente verliehen dem Abend im voll besetzten Theatersaal seinen ganz besonderen Charme. Das Orchester glänzte sowohl in der Begleitung seiner Solisten als auch mit großen Kompositionen der sinfonischen Blasmusik. Mit dem Werk „Mont Blanc“ ging es auf der königlichen Kletterroute auf den höchsten Berg Europas und mit einer kleinen komödiantischen Einlage bei „El Cumbanchero“ bewies der MVO seine Freude am Musizieren. Dieser Abend und die erbrachten Leistungen werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Ehrung für sein Lebenswerk

Den emotionalen Höhepunkt fand der Abend im Forum am Schlosspark bei der Ehrung des Dirigenten der Seniorenkapelle und MVO-Ehrenvorsitzenden Wolfgang Nägele für 70 Jahre aktive Mitgliedschaft. So etwas habe es beim Musikverein bisher noch nicht gegeben und es verdiene daher diesen besonderen Rahmen, sagte der amtierende 1. Vorsitzende Uwe Appel in seiner Laudatio. Ludwigsburg Oberbürgermeister Werner Spec betrat vor dem Abschlussstück die Bühne und Wolfgang Nägele wurde von der charmanten Moderatorin Tanja Soyez nach vorne gebeten. Ein wenig anstupsen mussten ihn dabei seine Nachbarn im Orchester, dass er wirklich gemeint sei, der die Ehrung durch den OB erfahren sollte.

Fotos: Tobias Soyez, Alexander Möbius

Der lobenden Worte kann man nicht genug finden und Wolfgang Nägele hat mit seinem Engagement und seiner Persönlichkeit die Entwicklung des MVO und seiner vielen Mitglieder entscheidend geprägt. Zur Belohnung durfte er beim letzten Titel „My Way“ von Frank Sinatra dann auch einmal pausieren und stattdessen auf einem weichen Ohrensessel Platz nehmen. Ein Viertele seines Lieblingsweins wurde ihm hierzu fürsorglich gereicht. OB Werner Spec nahm derweil Nägeles Platz im Orchester ein und musizierte auf seiner eigenen Trompete, als wäre er fester Bestandteil des Großen Blasorchesters. Der Musikverein Oßweil und alle Musiker und Musikerinnen, Verantwortliche, Familie und Freunde wollten einfach mal DANKE sagen. Bei vielen glitzerte auch die ein oder andere Träne und das Publikum zollte diesem Lebenswerk mit Standing Ovations seinen Respekt.

Herzlichst,

Carolin Auch

14. Meisterkonzert

Mit Schirm, Charme und Chamäleon

Hallelujah! – so begrüßte der 1. Vorsitzende Uwe Appel das Publikum im fast ausverkauften Theatersaal des Forums. Dieses Jahr war es unserem Dirigenten gelungen, keinen geringeren als Ernst Hutter, Leadposaunist der SWR-Big Band und Leiter der Egerländer Musikanten, als „Meister“ ins Forum zu holen. Samtweich auf der Posaune, virtuos auf dem Euphonium und volkstümlich mit einem Augenzwinkern präsentierte sich einer der vielseitigsten Musiker Deutschlands dem begeisterten Publikum. Außerdem durften wir einen guten alten Bekannten auf der Bühne begrüßen: der Bariton Eddie Gauntt bereicherte unsere Meisterkonzert-Reihe bereits zum zweiten Mal mit seiner wunderbaren Stimme.

Nach dem fulminanten Einstieg mit „A Festival Prelude“ von Alfred Reed gab es gleich Gänsehaut-Feeling beim „Wolgalied“ aus der Operette „Der Zarewitsch“ und Kammersänger Eddie Gauntt. Bereits lange vor der Entstehung der Filmreihe „Der Herr der Ringe“ schrieb der holländische Komponist Johan de Meij eine Sinfonie über den Roman, aus dem Horst Bartmann für unser Konzert den ersten Satz „Gandalf“ ausgewählt hatte – ein hochkarätiges Werk der sinfonischen Blasorchesterliteratur. Der als musikalisches Chamäleon angekündigte Ernst Hutter brillierte in seinem ersten Auftritt mit dem Euphonium und „Pantomime“ von Philip Sparke und durfte die Bühne erst nach langanhaltendem Beifall wieder verlassen. Den Abschluss des ersten Teils bildete ein Ausflug in die „Neue Welt“, wir wandelten auf den Spuren des tschechischen Komponisten Antonin Dvorak, was besonders für die Holzbläser kein Spaziergang war!

Der Besucher mit der weitesten Anreise dürfte Darth Vader gewesen sein, der sich kurz nach der Pause auf der Bühne einfand, um die „Star Wars Saga“ zu dirigieren. Zum großen Glück setzte sich SMD Horst Bartmann erfolgreich gegen die Dunkle Seite der Macht durch.

Im Anschluss konnten sich die Besucher über eine weitere Seite unseres Starsolisten freuen: Ernst Hutter, der Jazzposaunist. Mit samtweichem Timbre und einem Stück aus der Feder von Sammy Nestico riss er das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Das berühmteste Kindermädchen der Welt, Mary Poppins, reiste standesgemäß per Regenschirm an. Mit ein paar supercalifragilisticexpialigetischen Spezialeffekten des Schlagzeugregisters war das Medley aus der Filmmusik nicht nur was fürs Ohr sondern auch fürs Auge. Noch einmal präsentierten sich dann unsere beiden Gäste: Eddie Gauntt mit dem neapolitanischen Lied „Torna a Surriento“ begeisterte das Publikum ebenso wie Ernst Hutter, der mit seiner Eigenkomposition „ Egerländer Tenorhorn Rag“ auf witzige Art und Weise Ragtime, Swing und die volkstümliche Seite der Blasmusik zu vereinen verstand.

„Hallelujah“ – der Song von Leonard Cohen in einer Version für Gesang, Solo-Posaune und sinfonisches Blasorchester bot noch ein letztes Mal Gelegenheit, Eddie Gauntts Stimme und Ernst Hutters Improvisationen zu genießen.

Von Tanja Soyez

Requiem

Stadtkapelle, Gesangsprofis und ein Requiem
 
Gleich zwei Jubiläen wurden mit dem von der Ludwigsburger Kreiszeitung präsentierten Konzert gefeiert: Die Friedenskirche feierte ihr 100-jähriges Bestehen und die Stadtkapelle Ludwigsburg ihren 80. Geburtstag. Mit dem Hidas-Requiem erfüllte sich nicht nur das auf hohem Niveau spielende Orchester den lang gehegten Wunsch, sein Können einmal mit der Aufführung eines solchen Großwerks unter Beweis zu stellen. Auch der Dirigent und künstlerische Gesamtleiter des Projekts, Musikdirektor Horst Bartmann, hatte schon immer den Traum, dieses Stück einmal auf die Bühne zu bringen.

Viele kennen die Requien von Verdi oder Mozart, die Totenmesse des damals 75-jährigen Komponisten Frigyes Hidas ist hingegen nur Wenigen ein Begriff. Die Besucher in der Friedenskirche erlebten gleich zwei Premieren: Das Requiem wurde zum ersten Mal im süddeutschen Raum aufgeführt und die Stadtkapelle Ludwigsburg konzertierte ebenfalls erstmals mit Chor und Gesangssolisten. "Mit diesem Projekt kann das Orchester einmal seine Klasse zeigen", sagte Horst Bartmann im Vorfeld, von den Leistungen seiner Musiker überzeugt. Mit den Stuttgarter Choristen konnte die Stadtkapelle eine Chorgemeinschaft mit ausgebildeten Stimmen und hoher künstlerischer Qualität gewinnen: Die von Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze geleiteten Choristen treten regelmäßig bei Festspielen auf. Konzertreisen und Opernverpflichtungen führen den Chor auch immer wieder ins europäische Ausland. Sein Requiem versteht der ungarische Komponist Frigyes Hidas auch als Appell an den Frieden. Dazu passt nicht nur der Aufführungsort, sondern auch die internationale Besetzung der Gesangssolisten mit der Schweizerin Irene Naegelin (Sopran), Katja Kauz (Alt), dem Koreaner Sueng-Hee Park (Tenor) und Falko Hönisch (Bass).


Auszug aus dem Bericht der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 14. April 2003

Aufbrausende Gefühle und tiefe Demut

Stadtkapelle Ludwigsburg präsentiert ergreifendes Requiem in der Friedenskirche
Zum Schluss verhallten Oboen, Klarinetten und Flöten ganz zart im Gemäuer der Friedenskirche. Es folgte begeisterter Applaus von mehr als 700 Zuhörern. Der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg sowie Chor und Solisten setzten mit der Aufführung des Hidas-Requiems Maßstäbe.
Eine Totenmesse deckt meist das ganze Gefühlsspektrum ab: Zorn, Klage, Trauer, Demut und mit Hoffnung verbundene tiefe Gläubigkeit waren auch am Samstagabend zu spüren. Der Dirigent der Stadtkapelle und musikalische Gesamtleiter Horst Bartmann hatte seine Musikerinnen und Musiker perfekt auf das anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Friedenskirche und des 80. Geburtstages der Stadtkapelle gespielte sowie von der LKZ präsentierte Requiem des zeitgenössischen ungarischen Komponisten Frigyes Hidas eingestimmt.
Zu hören gab es Passagen von sanft gespielter und an die Werke klassischer Meister erinnernder Melodik. Moderne Dynamik und Ausdrucksstärke machten das Hidas-Requiem überdies zum unnachahmlichen sinfonischen Genuss. Das große Blasorchester bewies auch Mut zur Dissonanz. Schrill und wutentbrannt wurde da der Tag des Zornes zum Ausdruck gebracht, bevor die aufbrausenden Gefühle schließlich in tiefer Demut mündeten.
In jeder Passage des einstündigen Requiems bewies das Orchester seine Klasse mit kraftvollem, feierlichem Klang, aber auch ungemein versöhnlich wirkender lyrischer Zartheit. Besondere Akzente setzen hier Oboe und Fagott, während Flöten und Klarinetten die Hoffnung in von dumpfen Tuben- und Hörnerklängen untermauerter Trauer symbolisierten.
Horst Bartmann war es ein Anliegen zu beweisen, dass auch ein Blasorchester Kirchenmusik auf höchstem Niveau spielen kann und er behielt recht. Die Musikerinnen und Musiker waren mit großer Hingabe und Konzentration bei der Sache und wirkten mal machtvoll solistisch, mal als zurückhaltende Akteur im Hintergrund.
Interessant auch das Zusammenspiel von Orchester und Chor. Die Stuttgarter Choristen erwiesen sich mit ihrer Professionalität, strahlenden Klangkraft und Brillanz als Idealbesetzung. Zur ergreifenden Stimmung an diesem Abend trugen vor allem auch die Gesangssolisten Irene Naegelin (Sopran), Katja Kauz (Alt), Seung Hee Park (Tenor) und Falko Hönisch (Bass) bei. Da war der Tag des Zorns schnell vergessen, in der behutsam artikulierten Poesie des Gesangs wartete Erlösung.
Angelika Baumeister

13. Meisterkonzert

Durch alle Tonlagen meisterhaft - Meisterkonzert des MVO 2016 mit Uwe Berning

Mit dem Schlussstück „Guten Abend, gut‘ Nacht“ ging das 13. Meisterkonzert des Musikvereins Ludwigsburg-Oßweil Stadtkapelle Ludwigsburg am Samstag, den 23. April zu Ende. Erneut konnten das Große Blasorchester mit seinen beiden geladenen Solisten Uwe Berning an der Trompete und Sopranistin Irène Naegelin ihr Publikum mitreißen und für einen mehr als nur guten, sondern vielmehr fantastischen Konzertabend sorgen.
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12. Meisterkonzert

Standing Ovations für unseren Stargast Andreas Martin Hofmeir und das schon mitten im Konzert - so etwas hat es bei unseren Meisterkonzerten bisher auch noch nicht gegeben.

Am Samstagabend konnten das Große Blasorchester des Musikvereins, Andreas Hofmeir und unsere beiden Gesangssolisten Nadine Stockmann und Jörg Hilger das Publikum im Konzertsaal begeistern. Mit dem "Tannhäuser Festival" von Richard Wagner wurde der Abend eindrucksvoll eröffnet. Es folgten eine hochklassige Zusammenstellung aus einem Gesangsduett mit "All I ask of you" und "Beauty and the Beast". Nadine und Jörg harmonierten gesanglich wunderschön und brachten einiges an Glanz und Glamour des Showbiz nach Ludwigsburg.

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1. MK mit Steven Mead

1. Meisterkonzert

Steven Mead brilliert auf seinem Euphonium

Am Samstag, 24. April 2003 veranstaltete der MV Oßweil, Stadtkapelle Ludwigsburg sein erstes Meisterkonzert mit dem "Weltmeister des Euphonium", Steven Mead als Gastsolisten. Mit Steven Mead wurde die Messlatte gleich extrem hoch angesetzt. Morgens gab er einen gut besuchten Workshop für tiefes Blech mit über 40 Teilnehmern. Er begeisterte nicht nur durch sein enormes Wissen und die gekonnte Weitergabe desselben, sondern auch durch seine lockere, natürliche und freundliche Art, mit dem er den Workshop leitete und uns trotz des manchmal doch sehr trockenen Stoffes ein ums andere Mal zum Lachen brachte. Ein wirklich feiner Mensch und vor allem ein Star zum Anfassen. Abends dann das große Konzert. Fast 1000 Besucher waren erwartungsvoll im Forum am Schloßpark erschienen. Und Sie wurden nicht enttäuscht. Steven Mead brachte den Saal zum Kochen, einmal durch seine nicht weniger als 5 (!!!) Solostücke mit dem Orchester, zum Anderen auch durch seine viertelstündige Solo-Zugabe, bei der er durch seine einzigartige Musikalität und Virtuosität in Verbindung mit seinen Showeinlagen das Publikum endgültig zum Rasen brachte. Doch auch das Höchststufenorchester des MVO mit seinen 78 MusikerInnen unter der Leitung von MD Horst Bartmann zeigte sich von seiner Schokoladenseite. Stimmungsvoll und gewaltig der Auftakt mit "Also sprach Zarathustra" von R. Strauss. In dem Andante aus der 2. Symphonie von S. Rachmaninov konnten die Hölzer lautmalerisch schwelgen und so das Publikum beeindrucken. Die großen symphonischen Werke von Alfred Reed (Armenische Tänze, Seventh Suite for Band) und Franco Cesarini (Tom Sawyer Suite) begeisterten die Zuhörer nicht nur durch die gekonnte Art und Weise des Zusammenspiels, sondern vor allem auch durch die außerordentliche Musikalität der Interpretation. Aufgelockert wurde das Ganze durch ein kurzes Intermezzo des Blechbläserensembles des MVO unter der Leitung von Peter Teufel mit dem Stück "Echoes of Harlem" von Jim Parker. Alles zusammen ergab ein herausragendes Konzertereignis, welches Lust auf Mehr gemacht hat. So dürfen wir uns auf das nächste Meisterkonzert am 16. April 2005 freuen, wenn der Klarinettist Prof. Wolfgang Meyer sein Gastspiel beim MVO gibt.

11. MK mit Boris Ritter

11. Meisterkonzert

Solo-Pianist Boris Ritter und Mezzo-Sopranistin Nadine Stockmann begeistern das Publikum

Für dieses Jahr konnte unser Dirigent, Städtischer Musikdirektor Horst Bartmann, wieder einmal zwei herausragende Künstler zu einem Konzert mit dem MVO gewinnen: Solo-Pianist Boris Ritter und die Mezzosopranistin Nadine Stockmann. Diese sehr renommierten Künstler gestalteten mit dem Großen Orchester des Musikvereins Ludwigsburg-Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg, ein anspruchsvolles, interessantes und abwechslungsreiches Meisterkonzert, das wieder einmal bleibende Eindrücke hinterlies.

Boris Ritter absolviert sein Studium als Diplom-Musiklehrer im Hauptfach Klavier und wird mit dem "Outstanding Musicianship Award" des Berklee College of Music in Boston, Massachusetts ausgezeichnet. Außerdem ist er mehrfacher Deutscher Jugendmeister an der elektronischen Orgel, Bundespreisträger bei "Jugend musiziert" und Preisträger bei "Jugend komponiert" sowie drei Jahre Mitglied des Bundesjazzorchesters "BuJazzO" unter Leitung von Peter Herbolzheimer. Nach sechs Jahren als Pianist bei "Marshall & Alexander" und seiner Tätigkeit als Stummfilm-Pianist am Theater Pforzheim sowie als Keyboarder bei "Kiss Me, Kate" wird Boris Ritter musikalischer Leiter der Badischen Landesbühne Bruchsal. Drei Jahre ist er außerdem Dozent an der Musikhochschule Mannheim. 1999 schreibt er mit "Der kleine Muck" das erste von bislang drei Kindermusicals. "Alice im Wunderland" und "Des Kaisers neue Kleider" folgen - und markieren den Beginn der Zusammenarbeit mit Roland Härdtner. 2001 erscheint die Cross-Over-CD "AIRevolution - Swinging Mallets play Bach": mit Boris Ritter am Piano. Hier kommt sowohl seine Jazzkenntnis, als auch seine klassische Ausbildung zum Tragen. 2004 wird Boris Ritter an die Musical-Bühnen des Stuttgarter SI-Zentrums berufen, zunächst ins Apollo-, anschließend ins Palladium-Theater. Er beginnt als Keyboarder bei "42nd Street" und "Elisabeth", wird rasch Dirigent der "Drei Musketiere" und kurz darauf stellvertretender Musikalischer Leiter der Produktionen "Wicked", "Tanz der Vampire", "Rebecca" und "Mamma Mia!".

Nadine Stockmann ist staatlich anerkannte Bühnen- und Musicaldarstellerin sowie diplomierte Sozialpädagogin. Ihre künstlerische Ausbildung absolvierte sie 2004 in Hamburg an der Stage School Of Music, Dance And Drama. Neben ihrer aktuellen Tätigkeit als Vocalcoach und Tanzpädagogin ist Nadine auch auf der Bühne zu sehen. Ihr beruflicher Weg führte sie bisher unter anderem nach Basel, Stuttgart, Mannheim, Bregenz und Frankfurt. Zuletzt war sie bei "La Cage Aux Folles" und bei der "Best Of Musical"-Tournee der Stage-Entertainment GmbH engagiert. Ab November 2012 verkörpert sie die Rolle der Schwester Maria Hubert im Musical "Nonnsens" von Dan Goggin. Zudem gründete Nadine dieses Jahr die erste professionelle Bergsträßer Musicalcompany "Musical Artists".

10. Meisterkonzert

mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett, der Mezzosopranistin Barbara Hensinger und dem Ballett "Art In Motion". 

Für das 10-jährige Jubiläum der Meisterkonzertreihe hatte der Musikverein-Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg gleich meherere Künstler engagiert: Das Ludwigsburger Blechbläserquintett unter der Leitung von Hubertus von Stackelberg, aus der Schweiz die Mezzosopranistin Barbara Hensinger und das Ballett "Art in Motion" unter der Leitung von Marilena Grafakos. 

1984 gründete sich »Das Ludwigsburger BlechbläserQuintett« aus Studenten und angehenden Orchestermusikern der Musikhochschulen Stuttgart und Mannheim. Die Konzeption war, Blechbläserkammermusik auf hohem Niveau in Konzertsälen, Schlössern, im Freien, in Kirchen und Schulen und bei anderen möglichen Gelegenheiten bekannt zu machen. Dabei sollten auch unkonventionelle Programme, Arrangements und Auftrittsformen- vor allem auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Gruppen entwickelt werden. Dies ist dem Quintett, wie die zahlreichen nationalen und internationalen Kritiken dokumentieren, gelungen. Konzerte und Reisen führten die Musiker durch die gesamte BRD, in die damalige DDR, nach Italien, Frankreich, Israel, Saudi-Arabien, Österreich, Russland, Kroatien, Hongkong, in die USA, Italien, Tschechien, Portugal und nach Namibia. Über 1200 Auftritte hat das Ensemble in seinem über zwanzigjährigen Bestehen gestaltet und ist dabei seiner ursprünglichen Konzeption treu geblieben, obwohl in der Zwischenzeit alle Musiker in anerkannten Positionen des Musiklebens stehen. Einladungen zu renommierten Musik-Festivals, fünfzehn eigene CD-Einspielungen, Fernsehauftritte und diverse Rundfunksendungen u.a. im ZDF, der ARD, im Hessischen Rundfunk, DeutschlandRadio und dem SWR unterstreichen den überregionalen Namen, den das Quintett sich erspielt hat.

Ihre musikalische Laufbahn begann die aus der Ostschweiz stammende Barbara Hensinger als Instrumentalistin mit Violine. Über viele Jahre war sie Mitglied im "Jugendorchester Oberthurgau" und im "Jungen Kammerorchester Konstanz". Barbara Hensinger studierte Gesang bei Jane Thorner–Mengedoht an der Hochschule für Musik und Theater Zürich. Im Rahmen eines Aufbaustudiums setzte sie ihre Studien bei Prof. Julia Hamari, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart fort, welche sie im Hauptfach Bühnengesang abschloss. Als Solistin gastiert sie regelmässig in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Italien. Ihr Repertoire ist breit gefächert und spannt sich vom Barock bis zur Moderne. Darüber hinaus wirkt sie regelmässig mit bei Aufführungen Zeitgenössischer Musik. Als Liedsängerin gibt sie regelmässig Rezitals und widmet sich intensiv der Kammermusik.

Marilena Grafakos (Griechenland, USA) machte ein Diplom in Choreographie und Komposition an der University of California, Los Angeles und eins in Musical Theatre an der United States International School of Performing Arts, San Diego. Sie tanzte in den USA in zahlreichen Musicals (A Chorus Line, Hello Dolly) und Videoclips (Salt’n Pepa, En Vogue) und auf der Bühne mit Mariah Carey, Debbie Reynolds, den Pointer Sisters sowie vier Jahre mit der bekannten schwarzen HipHop Gruppe „Magic Force“. Marilena Grafakos choreographierte in den USA und Europa für verschiedene Ballett-, Modern- und HipHop-Kompanien und wurde mit diversen Auszeichnungen überhäuft. Sie war lange als Sängerin, Tänzerin und Choreographin für Commercials, Industrie, TV-Shows & Musikgruppen bei der BMG Record Company unter Vertrag. Sie ist zur Zeit in Stuttgart Lehrerin für Choreographie an der Professional Dance Academy von Selatin Kara und sehr engagiert als Choreographin und Workshopdozentin im In- und Ausland. So ist sie u. a. Direktorin und Chefchoreographin der Manhattan Dance Company und besitzt ihre eigene Kompanie „Art in Motion“. Mit dieser hat Marilena mit riesigem Erfolg bei Publikum und Presse ihr eigenes Musical „A day to remember“ herausgebracht, für das sie alles, von der Idee über das Drehbuch, die Regie, Choreographie und Einstudierung ganz alleine gemacht hat. Marilena Grafakos wird sehr bewundert für ihren unerschöpflichen Pool an genialen choreographischen Ideen mit einem kreativen Musikeinsatz und geliebt für ihre temperamentvolle, motivierende, sensible und liebevolle Art. Sie beeindruckt durch einfaches, klares und zeitlich sehr effektives Entwickeln von abwechslungsreichen, interessanten und kompakten Choreographien. Von ihren einzigartigen Arbeitsmethoden mit individueller Einbeziehung des einzelnen Teilnehmers kann jeder Pädagoge sowohl für den Unterricht als auch für eigene Aufführungen unendlich viel profitieren frei nach dem Motto: „Warum es sich schwer machen, wenn es auch einfach geht“, „Alles dürfen, nichts müssen“, „Aus wenig mach viel“ und „Open your mind - Schubladen denken leb wohl“. In der Popstars-Staffel mit den Gewinnern Monrose hat Marilena Grafakos beim Workshop in Ischgl die Teilnehmerinnen in Tanz und Ausdruck gecoacht und für die ersten beiden Entscheidungsshows deren Bühnenperformances choreographiert.

Das Programm war eine bunte Mischung aus klassischen und modernen Werken: vertreten waren klassisch-romantische Komponisten wie Gioachhino Rossini ( Ouvertüre zu "Die Italienerin in Algier"), Camille Saint-Saens (Orient & Occident) bis hin zu zeitgenössischen Komponisten der sinfonischen Blasmusik ("El Camino Real" von Alfred Reed, "Konzert für Blechbläserquintett und Blasorchester" von Frigyes Hidas). Mit der "Habanera" aus der Oper Carmen von George Bizét und "Ich gehör nur mir" aus dem Musical Elisabeth als Gesangstitel wurde das abwechslungsreiche Konzertprogramm abgerundet.

9. MK mit Szabolcs Zempléni

9. Meisterkonzert

Szabolcs Zempléni brilliert mit seinem Horn

Für das 9. Meisterkonzert am 21. April 2012 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg konnte der tschechische Hornist Szabolcs Zempléni gewonnen werden. Das Horn hat im Sinfonischen Blasorchester ein rasante Entwicklung genommen. Zusammen mit dem Großen Blasorchester unter der Leitung von SMD Horst Bartmann hat der Solist bewiesen, was ein Horn alles kann.

Szabolcs Zempléni, geb. 1981, errang mit 17 Jahren bereits den 1. Preis und den Sonderpreis am Concertino Praga. Es folgten der 1. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb in Békés, der 2. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb in Markneukirchen im Jahr 2000 und der 1. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb Brno 2001.

Den 1. Preis beim Internationalen ARD –Musikwettbewerb in München errang Szabolcs Zempléni im Jahre 2005. Seitdem spielte er Solokonzerte u.a. in der Tschechischen Republik, in Japan, China, Thailand, Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und in den Vereinigten Staaten unter der Leitung von Ivan Fischer, Yakov Kreizberg, Jonathan Nott, Daniel Raiskin und Michael Sanderling. Er debütierte bereits in den größten Konzerthallen wie dem Auditorium in Rom, der Carnegie Hall New York, der Philharmonie im Gasteig, München und dem Bartók-Saal in Budapest. Er konzertierte ferner mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchener Kammerorchester, der Camerata Salzburg, dem Budapest Festival Orchester, den Bamberger Symphonikern, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen u.a. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen András Keller, Péter Nagy, Dénes Várjon, Christoph Eschenbach, Elena Bashkirova, Christian Zacharias und das Atos Trio.

Szabolcs Zempléni ist Gastprofessor am Trinity Music College in London und am Tokyo Music College in Japan. 2010 folgte er einem Ruf an die Hochschule für Musik Trossingen und bekleidet seitdem dort die Professur für Horn. Seine erste Solo-CD (Colours of the French Horn) erschien im Jahr 2011.

Mit drei Solostücken für Horn und Blasorchester begeisterte der Solist das Konzertpublikum: Das 3. Hornkonzert von Frigyes Hidas. Frigyes Hidas ist den Meisterkonzertgängern als Komponist des "Requiem", das das Große Blasorchester des Musikverein Oßweil im Jahre 2003 in der Friedenskirche aufführte. Dieses 3. Hornkonzert wurde noch nicht in dieser Form aufgeführt und ist eine Uraufführung. Zum zweiten mti einem Konzertstück für Horn und Orchester, einer Transkription von Donald Miller. Den Abschluss dieses großartigen Konzertabends bildete "Cape Horn" von Otto M. Schwarz, eine sehr seltene Originalkomposition für Horn und sinfonisches Blasorchester.

Ergänzt wurde das Konzertprogramm vom Blasorchester mit der "Morgenstimmung" von Edvard Grieg, "Die Moldau" von Bêdrich Smetana in einer Instrumentation für Blasorchester von John Cacavas und Mark Rogers, die "Tom Sawyer Suite" von Franco Cesarini, der fantastischen Suite aus "Hymn of the Highlands" von Philip Sparke.

Als Gast begrüßte das Orchester den Bariton und Kammersänger Edward Gauntt aus den USA. Er verzauberte das Publikum mit den zwei Gesangsstücken "Nessun Dorma" von Pucchini und "Ol`Man River" von Jerôme Kern aus dem Musical Showboat.

8. MK mit 3 Solisten

8. Meisterkonzert

3 Solisten der Superlative: Irène Naegelin, Eugene Rousseau und Steven Mead

Das 8. Meisterkonzert war dann etwas ganz Besonderes: Gleich 3 Künstler hat sich Dirigent SMD Horst Bartmann am 21. Mai 2011 ins Forum eingeladen. 2011 feiert Horst Bartmann sein 10-jähriges Jubiläum beim Musikverein Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg und da wollte er dem Publikum etwas ganz Besonderes bieten. Mit von der Partie waren die Sängerin Irène Naegelin, der Saxofonist Eugene Rousseau und der Euphoniumspieler Steven Mead.

Irène Naegelin, Gesangsstudium an den Hochschulen für Musik in Karlsruhe und Stuttgart. Abschluss 2002 an der Opernschule Stuttgart bei Prof. Kathrin Prick. Meisterkurse bei Anna Reynolds, Barbara Schlick, Breda Zakotnik und Ulrich Eisenlohr. Stipendiatin der Académie Musicale de Villecroze und beim Richard Wagner Verband Mannheim. Engagements in Merzig, an der Kammeroper Frankfurt und 2006 beim New European Festival. Konzertsängerin in den großen Chorwerken von Bach, Händel, Brahms, Mozart, Mendelssohn und Berlioz.

Eugene Rousseau trat seit seinem Debüt in der Carnegie Hall sowohl in Nordamerika als auch auf sage und schreibe fünf Kontinenten auf. Der legendäre Saxofonist Marcel Mule beschreibt Rousseau als "brillanten Saxofonisten und bemerkenswerten Künstler". Er wurde seither von Kritikern rund um den Globus immer wieder bestätigt. Rousseaus hohe Kunst hat bereits eine Vielzahl von führenden Musikern inspiriert. Seine ersten Solo-Vorführungen gab Rousseau in Paris, Berlin, Wien, London und Amsterdam. Er nennt seit 1991 eine jährlich stattfindende Meisterklasse im renommierten Salzburger Mozarteum sein eigen, wo das Saxofon seitdem erstmals Beachtung fand. Viele Werke, die eigens für Rousseau geschrieben wurden, kamen zur Premiere. Schon lange unterstützt der in Chicago geborene Eugene Rousseau die Saxofon-Community. Seit 1972 hat der Ausnahmekünstler bei Yamaha das Amt des Chefberaters für die Forschung im Saxofon-Segment inne und stellt sein Wissen in den Dienst der akustischen Optimierung von Saxofonen und Mundstücken.

Steven Mead gehört zu den weltbesten Euphoniumspielern. Er ist wohl der meistgereiste Solist in der Geschichte dieses Blasinstrumentes und gilt als Wegbereiter für neue Spieltechniken und Literatur. Durch seine Lehrtätigkeit an den gefragtesten Musikbildungsstätten von England prägt er auch die zukünftigen virtuosen in diesem Fach. Steven Mead ist in der Blechbläser-Szene sehr gefragt. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den besten britischen Brass Bands und als ganztägiger Musikdozent ist Steven Mead jetzt schon seit etwa zwölf Jahren hauptberuflicher Euphoniumsolist. Der reiche Schatz an gesammelten Erfahrungen hat ihn zu einem Musiker gemacht, der mit seinem Publikum zu kommunizieren weiß. Er hat die Fähigkeit, immer wieder Tausende von Menschen für den wundervollen Klang des Euphoniums zu gewinnen. Aber es sind nicht nur der Klang und die Musikalität, die Steven Mead auszeichnen. Auch seine Virtuosität versetzt die Menschen in bewunderndes Erstaunen.

7. MK mit Petra Music

7. Meisterkonzert

Petra Music verzaubert mit Ihrer Querflöte

Das 7. Meisterkonzert war eine dann eine Hommage an die Querflöte und fand am 17. April 2010 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg statt. Die Flötistin Petra Music aus Österreich und das Große Blasorchester des Musikverein Oßweil e.V., Stadtkapelle Ludwigsburg zeigten vor beinahe ausverkauftem Haus die große Kunst der sinfonischen Blasmusik.

Petra Music (D.M.A.Mag.art.Mag.phil.MA., geb. 1978 in Graz, Österreich) hat im Mai 2008 ihr Doktoratsstudium in Flöte (Performance und Literatur) an der University of Illinois at Urbana Champaign absolviert, an der sie auch als Assistenzlehrerin von Jonathan Keeble gearbeitet hat. In Österreich hat sie ihr Studium in Konzertfach Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Dieter Flury, erstem Flötisten der Wiener Philharmoniker 2009 mit Auszeichnung beendet. Davor hat sie in Graz ihre Studien in Instrumentalpädagogik Flöte und Deutsche Philologie erfolgreich abgeschlossen. Davor arbeitete sie mit Thomas Illenberger und Wolfgang Strassnig in Graz und hat ein Semester an der University of Melbourne, Australien bei Mardi McSullea verbracht. Weitere musikalische Inspirationen bekam sie durch die Teilnahme an Meisterkursen in Österreich, Frankreich, der Schweiz, Spanien, Deutschland, England und den USA (u.a. bei Robert Aitken, Moshe A. Epstein, Ian Clarke, Wissam Boustany, Amy Porter und Thomas Robertello).

Aufgrund ihrer Liebe zum Unterrichten hat Petra viele Jahre Flöte, Kammermusik und Sprachen u.a. an der University of Illinois und an mehreren steirischen Musikschulen gelehrt. Im Moment arbeitet sie bei Artis Music Division of Musik Meyer GmbH in Marburg an der Lahn als künstlerische Beraterin für ALTUS und AZUMI Flöten.

Als Solistin und in langjähriger Zusammenarbeit mit der Pianistin Chia Tyan Yang im Duo Young Music absolvierte Petra zahlreiche Auftritte im In- und Ausland, darunter Fringe Festival Melbourne/Australien 2001,Quedlinburg/Deutschland 2003, Detmold/Deutschland 2004, FIMU Festival Belfort/Frankreich 2005 und 2006, St. Louis Flute Day/USA 2005, Chicago Flute Fest/USA 2006. 2000 nahm sie mit den Ausseer Hardbradler "Go Charly Go" auf, im Sommer Die aktuelle CD von Young Music "... gebrochene bluomen", im November 2009 im Mendelssohnsaal im Gewandhaus Leipzig eingespielt, umfasst Werke von Mozart, Schubert und Beethoven.

Seit 2003 ist Petra auch ausgewählte Künstlerin für Yehudi Menuins Stiftung Live Music Now. Seither hat sie viele Auftritte vor einem bunten Publikum absolviert, das ansonsten keine Möglichkeit hätte, klassische Musik zu erleben. Inspiriert von Yehudi Menuhins Idee hat Petra im Mozartjahr 2006 für die Lebenshilfe Leibnitz einen Mozart Workshop für behinderte Menschen entworfen, der mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Während des Studiums in den USA war Petra Mitglied im UI Opera Ensembe, der UI Symphony und dem UI Philharmonia Orchester. Davor trat sie mit dem Barockorchester des J.J. Fux Konservatoriums Graz, dem Operettenorchester Graz, dem KlangImpuls Orchester und dem KUG Orchester auf, 2006/2007 war sie Soloflötistin im UI New Music Ensemble unter Eduardo Diazmunoz, ehemaliger Assistent Leonard Bernsteins, arbeitete mit der Martha Graham Dance Company zusammen und trat bei den Flöten Festivals in Chicago und St. Louis auf. Petra wurde mehrfach von verschiedenen Institutionen für ihre künstlerischen Leistungen gewürdigt. 2005 wurde ihr ein Stipendium der renommierten University of Illinois at Urbana-Champaign zugesprochen, 2006 war sie Stipendiatin der Emanuel und Sofie Fohn Stiftung Wien, 2007 und 2008 folgten Stipendien des Bundeskanzleramts für Kunst in Wien. Weiters wurde sie zur Teinahme an Meisterkursen in Schottland, Deutschland und der Schweiz eingeladen.

Petras besondere Liebe gilt zeitgenössischer und experimenteller Musik, in den letzten Jahren intensivierte sie die Auseinandersetzung mit modernen Spieltechniken sowie verschiedenen Klangquellen. 2010 wird sie am Flötenfestival in München ihr Projekt für Flöte und Klavier "Metamorphoses" vorstellen und Werke von Rodolfo Acosta, Hee-Yun Kim, Mauro Montalbetti und Nicholaus A. Vines uraufführen. Petras wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf literarische Einflüsse in der zeitgenössischen Musik. Ihre Diplomarbeit, eine fächerübergreifende Arbeit über die Rezeption von Paul Celans Dichtung in der Musik Harrison Birtwistles beschäftigt sich mit der Komposition "Pulse Shadows". Ihrer Dissertation über den 1939 in Passau geborenen Komponisten Nicolaus A. Huber mit dem Titel "Literary Quotes in Nicolaus A. Huber's Music for Flute" folgte ein Lecture Recital mit US Premieren von Hubers Stücken "First play Mozart", "O dieses Lichts", "Als eine Aussicht weit..." und "Don't fence me in". Im Zuge dieses Projekts publizierte sie auch in Dr. Philipp Blumes Ausgabe über die Musik von Mathias Spahlinger und Nicolaus A. Huber in der Zeitschrift "Contemporary Music Review" einen Aufsatz über die Radiosendungen zur Neuen Musik von Spahlinger und Eggebrecht, sowie Übersetzungen von Texten von Nicolaus A. Huber. Außerdem ist sie Autorin für verschiedene Flötenmagazine wie "Flute Talk" und "Flöte Aktuell". 

6. MK mit Enrique Crespo

6. Meisterkonzert

Enrique Crespo, Posaune, gastiert beim MVO

Das 6. Meisterkonzert bestritt das Große Blasorchester mit dem Posaunisten Enrique Crespo, Chef und Gründer von German Brass, am 25. April 2009 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg.

Das Multitalent Enrique Crespo wurde in Montevideo, Uruguay, geboren. Hier und in Buenos Aires studierte er Architektur und Musik, war Solo-Posaunist im dortigen Sinfonieorchester, Arrangeur, Jazzsolist und Bandleader. Ein Stipendium führte den temperamentvollen Vollblutmusiker 1967 an die Hochschule für Musik nach Berlin, wo er 1969 nach dem Studium der Posaune und Komposition sein Musikdiplom machte. Im selben Jahr wurde er Solo-Posaunist der Bamberger Symphoniker und wechselte 1980 in derselben Position zum Radio Sinfonie Orchester Stuttgart.Während dieser Zeit war Enrique Crespo vor allem als Komponist seiner selbst aufgeführten Werke tätig. Er arbeitete intensiv mit dem Bayerischen Rundfunk zusammen und gründete ein privates Ton- und Filmstudio, aus dem zahlreiche Schallplatten-, Film- und Fernsehproduktionen hervorgingen.

Für eine Produktion mit anschliessender Frankreichtournee gründete er 1974 zusammen mit ehemaligen Berliner Studienkollegen - mittlerweile alle Solo-Bläser in Spitzenorchestern - das DEUTSCHE BLECHBLÄSERQUINTETT. Um die Musik Bachs für die EMI CLASSICS Produktion "BACH 300" ohne künstlerische Kompromisse arrangieren zu können, verdoppelte Crespo das Quintett genau zehn Jahre später und gab ihm den neuen Namen GERMAN BRASS.

Von Anfang an widmete er sich den Gattungen Jazz und Folklore mit derselben Liebe und Begeisterung, wie der soge-nannten E-Musik. Diese Mischung aus so vielfältigen und unterschiedlichen Stilrichtungen kommt den Kompositionen Enrique Crespos zugute, und mit seiner umfassenden Instrumentalerfahrung bietet er den Blechbläsern ganz neuen Entfaltungsspielraum. Ihre von den "klassischen" Komponisten in der Regel eher stiefmütterlich behandelten Instrumente erhalten die reizvolle Möglichkeit, in völlig andere Spieldimensionen vorzudringen.

Musikverein Ludwigsburg-Ossweil