Musikverein Ludwigsburg-Ossweil e.V. - Stadtkapelle Ludwigsburg

Früh übt sich ...

...wer ein guter Musiker werden will

Musik liegt uns im Blut

Wir lieben es, zusammen zu musizieren

Traditionelle Blasmusik...

... ist fester Bestandteil unsere Repertoires

Ist für heute wirklich Schluss

(Fotos: Tobias Soyez).

Mit der überaus unterhaltsamen Zugabe „Wer hat an der Uhr gedreht“ verabschiedete sich das Große Blasorchester des Musikverein Ludwigsburg-Oßweil e.V. Stadtkapelle Ludwigsburg von seinem Publikum nach einem großartigen Meisterkonzert am Samstag, den 27. April im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg. Nicht nur das Motto lautete „Sagenhaft“, sondern man konnte nach dem Konzert auch viele sagenhaft lobende Worte vernehmen und die Standing Ovations nach dem letzten Stück „Hamburg – das Tor zur Welt“ unterstrichen nachdrücklich die Begeisterung der Gäste. Eine große Überraschung wurde Dirigentin Susanne Bader mit der Ernennung zur Städtischen Musikdirektorin durch Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht bereitet.

Zahlreiche emotionale Momente zeichneten das 19. Meisterkonzert des MVO aus und gleichermaßen verstand es das Orchester unter der Leitung von Susanne Bader mit viel Witz und Charme überaus kurzweilig zu unterhalten. Wahrhaft monumental begann das von Dirigentin Bader zusammengestellte Programm mit dem Werk „Mount Everest“ aus der Feder Rossano Galantes. Mit der beeindruckenden Zahl von über 90 Musikerinnen und Musikern hatte das Große Blasorchester des MVO auf der Bühne im Theatersaal des Forum am Schlosspark Platz genommen und bereits bei den ersten Takten war spürbar, wie gut das Orchester aufeinander abgestimmt war. Eine ausgewogene Balance der verschiedenen Register und ein beeindruckendes Zusammenspiel sorgten für Hörgenuss.

Beim zweiten Stück des Abendprogramms durfte das Publikum sich über den ersten Auftritt des geladenen Startrompeters Christoph Moschberger freuen. Zwei abwechslungsreiche Sätze hatten Dirigentin und Solist aus dem „Concerto for Trumpet and Winds“ des berühmten Sinfonieorchesterkomponisten Alfred Reed erwählt. Jeder der Sätze ist bewusst in einem anderen Musikstil gehalten, um die Vielseitigkeit des Instruments Trompete zur Geltung zu bringen und genau diese Vielseitigkeit darf man auch Christoph Moschbergers musikalischem Schaffen als Prädikat verleihen. Der Slow Blues und Jazz Waltz wurden mit beeindruckender Gelassenheit, Groove und dem nötigen „Lay-Back-Feeling“ des Orchesters präsentiert und Moschberger konnte mit butterweichem Klang seiner Konzerttrompete sofort begeistern. Nur eine kurze Verschnaufpause war dem Solisten vergönnt, denn weiter ging es mit der – in der Blasorchesterfassung – eigens für ihn komponierten „Paramount Rhapsody“ von Peter Graham. Das Werk enthält eine bunte Mischung aus Peer-Gynt-Suite, Hummelflug und Tom&Jerry und war Moschberger wortwörtlich auf den Leib geschrieben. Die erste Hälfte des Konzerts endete mit dem Orchesterwerk „Hobbits“ von Johan de Meij.

Nach der Pause stach das Große Blasorchester mit „Noah’s Ark“ in See, untermalt durch erzählerische Textpassagen vorgetragen von Tanja Soyez, die wie gewohnt souverän und unterhaltsam durch das Programm führte. So zog die Musik das Publikum noch mehr in den Bann und die Zuhörerinnen und Zuhörer betraten die Arche zusammen mit Noahs Auswahl an Menschen und Tieren, litten im Sturm, hofften sehnsüchtig auf Land in Sicht und erlebten schließlich das Happy End mit dem wiedererreichten Einklang mit der Welt. Mit „Someone like you“ aus dem Musical Jekyll&Hyde brillierte Christoph Moschberger erneut. Doch nicht nur die solistischen Passagen des Ausnahme-Trompeters Christoph Moschberger, sondern auch zahlreiche Soli der MVO-eigenen Instrumentalisten zeigten einmal mehr die beeindruckende musikalische Klasse der Meisterkonzertreihe und des MVO.

Die Variationen von Guido Rennert über bekannte volkstümliche Melodien und ein rundum abwechslungsreiches opulentes Konzertwerk namens „Hamburg – das Tor zur Welt“ bildeten den perfekten offiziellen Abschluss des Konzertabends. Im Teil „Auswanderung im 19. Jahrhundert“ sorgte der Gesang aus vielen Kehlen des Orchesters bei einem Großteil des Publikums für Gänsehaut und das Schunkeln der Schalltrichter der Blechbläser zu „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ entlockte dem Publikum vielfaches Schmunzeln. Das Hamburger Seemanns-Thema perfekt zu unterstreichen vermochte außerdem Jörg Hoffmann als Solist von der Harmonika-Gemeinschaft Ludwigsburg mit seinem Akkordeon. Nach dieser herausragenden Leistung hielt es kaum mehr jemanden auf den Sitzen und lautstark wurde Orchester, Solist und Dirigentin applaudiert. Und dann trat Oberbürgermeister Matthias Knecht auf die Bühne und bereitete Susanne Bader – seit 2019 im Amt als Dirigentin des Großen Blasorchesters des MVO – eine große Überraschung mit ihrer Ernennung zur Städtischen Musikdirektorin. Als erste Frau trägt sie diesen Titel für die Barockstadt Ludwigsburg und Knecht würdigte damit nicht nur ihr Können als musikalische Leiterin (im Publikum zu sehen waren passend dazu Plakate mit „Meisterin am Taktstock“), sondern auch ihr außerordentliches Engagement für die Kultur in Ludwigsburg und die Leistungen ihres Orchesters und des Vereins. Der Oberbürgermeister beglückwünschte sie herzlichst und nannte es eine große Ehre und gleichzeitig Verpflichtung, verbunden mit dem Wunsch und Zuversicht einer langen Zusammenarbeit.

 Das Publikum kam dann natürlich auch zugabetechnisch gesehen noch auf seine Kosten beim Jazz-Klassiker „Birdland“ und eben jenem besagten gewitzten Abschluss „Wer hat an der Uhr gedreht“. Tenorhornist Wolfgang Müller verabschiedete das Orchester mit den Worten: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!“ ins Forum am Schlosspark zum 20. Meisterkonzert am 26. April 2025, aber natürlich bereits viel früher zum Beispiel beim Oßweiler Musikfest vom 05.-08. Juli 2024.

Herzlichst,
Carolin Riehl

 

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Musikverein Ludwigsburg-Ossweil